Splittermond: ziehen statt würfeln

von ackerknecht

Ich habe mir mal wieder was gebastelt. In den Kommentaren zur Sidequest Gearcheck lobte Hypatia Spielkarten als Würfelersatz. Daraufhin habe ich mich an den Computer gesetzt und Karten für Splittermond-Proben gebaut.

Die Grundidee. Wie bei vielen anderen Sachen benutze ich als Grundlage alte, überschüssige Magickarten und Schutzhüllen. 100 hochwertige Hüllen (für Splittermond natürlich in Blau) kosten im einschlägigen Fachhandel ca. 6 EUR, 100 häufige Magickarten kriegt man für einen Euro. Ich will meine Karten für alle drei Wurftypen (Sicherheit, Standard und Risiko) nutzen. Beim Sicherheits- und beim Standardwurf gibt es 100 Kombinationen, also baue ich mir einen 100er Kartenstapel.

Die Schrift. Ich habe die Karten als Tabellen in Word angelegt. Eine Magickarte ist 88×63 mm groß, die „Einlegezettel“ sollten also etwas kleiner sein, die Schrift dagegen möglichst groß und lesbar. Die von mir benutzte 14pt-Type ist gerade so okay. Wie man auf dem Bild sieht, ist da noch Luft nach oben.

Alter Trick aus der geologischen Feldforschung: Feuerzeug zum Größenvergleich.

Die Verteilung. Bei Sicherheitswurf und Standardwurf schreibe ich alle möglichen Kombinationen auf die Karten, plus das Ergebnis sowie einen Hinweis auf Triumph oder Patzer. Die Einzelergebnisse braucht man zumindest beim Sicherheitswurf für das Mondzeichen „Der Fels„. Schwieriger war natürlich der Risikowurf, der 1000 mögliche Kombinationen hat – hier musste ich runden. Für den Risikowurf verwende ich folgende Verteilung:

  • 20 -> 5 Karten
  • 19 -> 8 Karten
  • 18 -> 10 Karten
  • 17 und 16 -> jeweils 11 Karten
  • 15 -> 10 Karten
  • 14 -> 9 Karten
  • 13 -> 7 Karten
  • 12 -> 5 Karten
  • 11 -> 4 Karten
  • 10 und 9 -> jeweils 2 Karten
  • 8 und 7 -> je eine Karte
  • 6, 5 und 4 kriegen keine Karten
  • Patzer (2 & 3) -> 14 Karten

Die Verteilung kommt so der ursprünglichen Promilleverteilung recht nahe. Die niedrigsten Nicht-Patzer-Würfe hatten eine Chance von 0,1%, da ist der Verzicht verschmerzbar.

Dornige Chancen. Die von Hypatia beschriebenen Vorteile kommen voll zur Anwendung, aber ein paar Dinge sind vielleicht etwas problematisch.

  • Wie jeder, der schon mal eine Magicpartie im Format „Highlander“ gespielt hat, weiß, ist ein 100er Kartenstapel eine wackelige Angelegenheit. Gerade mit neuen Hüllen.
  • Ein Detail am Rande: Bei den Risikowurf-Ergebnissen kann ich die einzelnen Kombinationen nicht mehr dazu schreiben. Das macht Schwierigkeiten beim Mondzeichen „Gunst des reichen Mannes„. Andererseits stehen auf den Karten auch immer vier Würfelergebnisse, so dass man eines als beiseite gelegt notieren kann.
  • Nach der reinen Lehre müsste man jede Karte nach dem ziehen wieder in den Stapel mischen, um die Stochastik nicht zu verändern. Wenn fünf Spieler schnell nacheinander je eine Karte ohne Rückmischung ziehen, dann ändert sich die Wahrscheinlichkeit – aber tolerierbar, finde ich.
  • Wenn auf Heldengrad 4 mit der Meisterschaft „Großmeister“ ein fünfter Würfel ins Spiel kommt, ist das System leider unbrauchbar.

Mal sehen, wie sich die Karten im Praxistest schlagen.

Bis demnächst die besten Grüße

A.