RPG-Blog-O-Quest #45: Cross Over

von ackerknecht

Hach ich bin doch ein Kind der 90er… Bei Bands wie Dog Eat Dog oder den H-Blockx geht mir doch immer wieder das Herz auf… jeder braucht halt ein „Guilty Pleasure“…

Wie, es geht in der aktullen, von Seanchui ausgerichteten Blog-O-Quest geht es gar nicht um in der Rückschau eher peinliche Musik? Sondern um Rolllenspiele? Na dann, auf geht’s!

1. Setting Top, System Flop – oder aber umgekehrt. Habt Ihr schon Rollenspiel-Settings mit anderen Regeln bespielt? Wie sehen Eure Kombinationen aus?

Ich habe lange versucht, Das Schwarze Auge mit alternativen Regeln zu spielen, mit durchwachsenem Erfolg. Irgendwann stellte sich heraus, dass ich wohl, wenn ich DSA gerne spielen will, das Komplettset von Regeln und Hintergrund nehmen muss. (Ich spiele DSA übrigens weder wegen des Hintergrunds, noch wegen der Regeln. Ich spiele DSA wegen der netten Leute, die ich darüber kennengelernt habe, die sich selber aber als DSA-SpielerInnen und nicht als RollenspielerInnen sehen.)

Die erfolgreicheren Kombinationsversuche waren übrigens Savage Worlds und DungeonSlayers. Das würde ich nicht zwangsläufig als Cross Over betrachten –  beide Systeme sind Universalsysteme, die quasi für diesen Einsatz gebaut wurden.

2. Manches Rollenspiel hat gute Regeln. Gibt es Regel-Mechanismen, die Euch so gut gefallen haben, dass Ihr sie in andere Systeme übertragen habt? Welche waren das, und wie hat es funktioniert?

Nebenbei brüte ich immer noch am Projekt „Pathfinder Abenteuerpfade mit 13th Age spielen“. 13th Age sollte ja sehr erzählerisch für ein D20-Spiel sein, aber letztlich läuft dieser Ansatz nur auf ein Instrument hinaus: das „One Unique Thing“. Anstelle würde ich einen anderen Mechanismus aus einem deutschen Rollenspiel einsetzen: Splitterpunkte und Schwächen aus Splittermond. Ich mag das Konzept „Du hast einen Vorrat von Lebensretter-Punkten. Diesen kannst Du auffüllen, wenn Du Dich selber in die Kacke reitest.“

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3. Nutzt ihr Abenteuer oder Zusatzmaterialen „fremder“ Systeme für Eure Kampagnen? Falls ja – warum?

Find ich schwierig… Aber da ich hauptsächlich EDO-Fantasy spiele, habe ich einen kleinen Vorrat an möglichst generischen (also keine relevanten Orte, NSC, …) Kurzabenteuern, One Pagers und Botenszenarien. Diese nutze ich gern als Füller und One Shots (egal, ob sie aus DSA, SpliMo, D20 oder DS kommen).

4. Raumschiffe über Aventurien, Lichtschwerter bei Star Trek, Vampire im alten London: wie abgedreht dürfen Eure Crossovers ausfallen? Und was geht gar nicht?

Dies ist ein Punkt, bei dem ich die Old School zu schätzen gelernt habe: Mit DSA1, DCC und Lab Lord kann man den ganzen verrückten Kram abziehen. In DSA1 spiel ich zum Beispiel sehr gern den Hypercube of Myt, ein DCC Grinder/Turnierabenteuer mit blauen Goblins, zeitreisenden Elite-Marines und göttergleichen Erzmagiern. Aaaaber…

Das kann ich auch nur begrenzt machen. Meine DSA 4.1- & Splittermond-Hauptgruppen machen den Spaß zwar mit, aber hauptsächlich wollen sie ernsthaft (lies: hintergrundtreu) spielen.

5. Wer gerne „CTHULHU“ spielt, kommt kaum umhin, regelmäßig auf die Vorzüge einer vermischten Kampagne aus „CTHULHU Gaslicht“-Abenteuern und rein kriminalistischen „Private Eye“-Fällen hingewiesen zu werden. Die beiden Systeme ergänzen sich offensichtlich sehr gut, die Mischung aus Mythos und Detektivfall passt. Welche guten Rollenspielkombinationen kennt ihr?

Puuuh… hier komme ich endgültig ins schwimmen… Einen Gadenken hierzu habe ich aber doch noch… Egal, welches Fantasy System man nutzt: Wenn es um Krieg geht (also richtigen Krieg), dann lohnt sich ein Blick in ein Warhammer Fantasy Role Playing-Buch. Dies gilt grundsätzlich, wenn man sein Spiel eher in den „Low Fantasy“-Bereich verschieben will, man aber gleichzeitig eine Auszeit von der Hotzenplotzigkeit von DSA braucht.

Bonusfrage: Wer Abenteuer konvertiert, kommt oft nicht um eine gehörige Portion Arbeit herum. Kennt Ihr gute Konvertierungshilfen, die Ihr mit uns teilen möchtet?

Das Wichtigste für Konvertierungen ist einfach viel Erfahrung als Spielleiter. Faustregeln wie „Der Mut-Wert aus DSA3 multipliziert mit der DSA2-Monsterklasse ergibt den EXP-Wert in AD&D“ haben bei mir nie funktioniert. Stattdessen musste ich ein Gefühl dafür entwickeln, ob ein Splittermond-Baumwandler mit einem Pathfinder-Treant oder einem Waldschrat aus DSA vergleichbar ist.

So, das wars für’s Erste, Danke an Seanchui für die Fragen,

Liebe Grüße und bis demnächst

A.