RPG-Blog-O-Quest 43: Spiele im Spiel

von ackerknecht

Eigentlich dachte ich nicht, dass ich zu den Fragen des aktuellen RPG-Blog-O-Quests viel zu sagen hätte. Zumindest bei einer der fünf Fragen ist es doch etwas mehr geworden, also los, auf in den Text! Die 43. Blog-O-Quest wurde ausgerufen vom Würfelhelden, das Thema ist Spiele im Spiel.

Welche Spiele spielt Dein Charakter?

Puh, da geht es schon los – darüber habe ich mir nie großartig Gedanken gemacht. Also, meine DSA-Helden hatten Werte in „Glücksspiel“ und „Falschspiel“. Zählt das? Ich kann mir vorstellen, dass meine Splittermondgruppe zukünftig das lorakische „Handraten“ verwendet, wenn entschieden werden muss, wer den unterirdischen Gang auf Fallen untersuchen muss. Statt dem klassischen SchnickSchnackSchnuck.

Wieso zockt Dein Charakter?

Naja, wenn ich einen Glücksspieler-Archetypen spiele, dann zockt der, weil das sein Hintergrund ist. Man merkt, dass ich mir da noch nicht wirklich Gedanken drüber gemacht habe. (Ich kann mich aber auch nicht entsinnen, mal einen Spieler-Archetypen gespielt zu haben…)

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Hat sich bei so einer InGame-InGame-Spielerei schon einmal etwas für das normale InGame-Spiel ergeben?

Wenn es zu In-Game-Subgames kam, dann waren diese immer ein sehr deutlicher Bestandteil des Plots. Da war es dann auch egal, ob die Gruppe aus Glücksrittern oder Traviageweihten und Straßensamurais bestand – in der Casino-Szene wurde halt gezockt, das sah das Skript so vor. (Jaja, die Kaufabenteuersozialisation…) Es mag sein, dass es mal Charaktere gab, die tatsächlich in Eigeninitiative was zum Zocken gesucht haben, und es mag sein, dass der Spielleiter diese Gelegenheit genutzt hat, um der Gruppe einen Plotpoint zuzuwerfen. An einen konkreten Fall erinnere ich mich aber nicht.

Wo ziehst Du da die Grenzen des Machbaren?

Ganz klar in der Zeit und dem Schwerpunkt der Abendgestaltung. Eine InGame-Spielerei darf niemals lange dauern. Außerdem muss die Spielleitung erkennen können, wann sie ein InGame-Subgame abbrechen und mit ein paar regulären Probewürfen abhandeln sollte. Vielleicht bin ich da zu stark durch meine persönliche Lebenssituation geprägt, aber: Wenn ich einen Rollenspieltermin für mich und 3-5 Mitspieler finde, dann will ich auch Rollenspiel spielen, und keinen Casinoabend veranstalten. Einmal hatte ich einen sehr schönen Abend mit mehreren Flaschen Met, Knoblauchbrot und Käsewürfeln, bei dem um einen großen Haufen LARP-Münzen Boltan gezockt wurde. Das war toll, es war aber auch als Boltan-Abend angekündigt. Wäre das an einem Rollenspiel-Abend passiert, ich weiß nicht, wie lustig ich das gefunden hätte.

A propos Boltan: Das Inrah-Kartenset ist eines der schönsten Gimmicks für DSA. Nicht nur zum Kartenspielen, auch zum Kartenlegen und Wahrsagen. Fast noch besser finde ich aber, dass das andere große DSA-InGame-Spiel, Rote und Weiße Kamele, niemals offiziell ausgearbeitet wurde (zumindest weiß ich nichts darüber). So hat man als Spielleiter immer die Option, erzählerisch einen Dreh dranzukriegen. Man kann ein Spiel zu entwickeln, dessen Balance zwischen „konkretem Spiel“ und „regulären Proben“ den Bedürfnissen der eigenen Gruppe entspricht.

Zum Schluss noch eine Sache: Wenn Ihr In-Game-Spielereien plant, dann bereitet das ordentlich vor! Ich erinnere mich mit Grausen an einen DSA-Meister , der ein ganz, ganz tolles Schachrätsel gefunden hatte, aber dann mitten in der Sitzung erst einmal ein Schachbrett und Figuren in der Wohnung suchen musste… von der innerweltlichen Stimmigkeit ganz zu schweigen.

Könntest Du Dir vorstellen mal ein InGame zu entwickeln und dieses dem Spielevolk zur Verfügung zu stellen?

Zum Thema innerweltliche Stimmigkeit und Schach: Die folgenden Spiele sind zwar nicht von mir, aber eine Empfehlung möchte ich für Rautenschach abgeben. Das ist einerseits das alte, vertraute Schachspiel, andererseits aber auch fremdartig genug, um sich in eine Fantasywelt einzufügen. Dies gilt auch für Los-Alamos-Schach, welches den zusätzlichen Vorteil von sehr kurzen Partien hat.

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Rautenschach. Macht Kopfweh.