Vier Dinge zum vierten Advent: Bunte Würfel

von ackerknecht

Alles und jeder, von Gamestar bis Bento, hat im Moment den folgenden Artikel im Angebot: „Tolle Spiele, um den heiligen Abend bei der buckligen Verwandschaft zu überstehen“. Als steter Quell kreativen Vortriebs und qualitativ hochwertigen Journalismusses will auch Ackerknecht da nicht hinten an stehen, und so präsentieren wir vier wirklich gute Würfelspiele! Im Ernst: Die Spiele gefallen mir alle sehr gut, da schreibe ich gerne ein paar Sätze zu. Da das hier ein Rollenspielblog ist, und ich wie alle Rollenspieler einen Fetisch für bunte Würfel habe, sind diese Spiele auch nicht zufällig gekauft worden.

Ein moderner Klassiker: Qwixx.

Diese kleine Spiel ist schon etwas älter, verdient es aber, in einem Atemzug mit Kniffel und Konsorten genannt zu werden. Wer es nicht kennt: Ziel ist es, die vier farbigen Punkteleisten (von „2“ bis „12“) auf seinem Wertungszettel zu füllen. Ein Spieler wirft sechs Würfel. Die Summe von zwei weißen Würfeln kann jeder Spieler abkreuzen, der aktive Spieler kann noch einen der vier Farbwürfel mit einem weißen Würfel für ein weiteres Kreuz kombinieren. Das ist es im Groben schon. Interessant und „advanced“ sind die Varianten „Qwixx gemixxt“, bei denen Farb- und Wertreihenfolgen auf den Punktezetteln durcheinander gewirbelt sind. Da ich aber in einem Florentin-Will-Fanhaushalt wohne, ist es unvermeidlich, dass dann irgendwer laut „Verflixxtes Qwixx! Verflixxtes Qwixx!“ schreiend durchs Haus tobt. Meistens bin das sogar ich.

Bunte Würfel: Sechs recht unspektakuläre Plastikwürfel.

Der Herausforderer: Ganz Schön Clever.

Wem Qwixx auf Dauer zu langweilig wird, dem sei diese Nominierung aus dem 2018er Wettbewerb „Kennerspiel des Jahres“ emphohlen. Auch hier geht es darum, mit sechs Farbwürfeln Punkteleisten auf seinem Wertungsblatt zu füllen, auch hier dürfen die passiven Spieler einzelne Würfelergebnisse für sich nutzen. Bei „Ganz schön clever“ gibt es aber für jede Farbe eine eigene Systematik in der Wertung, was das Spiel erst einmal unintuitiver macht. Man kommt aber schnell rein, und dann erhöht sich die Komplexität durch freispielbare Sonderwertungen. (Ich mach hier ein gelbes Kreuz… dafür kriege ich noch eine lila sechs… für die kriege ich wiederum ein grünes X…) für Menschen meiner Altersklasse: Spätere Runden „Ganz Schön Clever“ hören sich an wie eine Runde „Eumelzocken“ mit Erna Hoppmann und Paul Bommel.

Bunte Würfel: Hier enttäuscht das Spiel leider. Sechs Holzwürfel, von denen zu allem Übel auch noch drei schwarze und drei goldene Augen haben… Sorry, aber hier ist der nerdige Würfelknecht schwer irritiert.

Würfeldraft für Anfänger: Harvest Dice.

Die interessanteste Variante bei Sammelkartenspielen, allen voran Magic: The Gathering, war für mich immer der Draft – vor dem eigentlichen Spiel wird ein Kartenpool unter den Mitspielern verteilt. Dieses und das nächste Spiel haben eine ähnliche Mechanik, ein aktiver Spieler wirft eine Anzahl an Würfeln, und reihum sucht man sich dann das beste Ergebnis für sich aus. Harvest Dice ist ein Urlaubsmitbringsel, ich weiß gar nict, ob es das auf Deut gibt. Es ist ein sehr schönes, hervorragend für Kinder geeignetes Spiel: Aus dem Würfelpool pickt man sich Würfel für Tomaten (rot), Möhren (orange) oder Salat (grün). Diese baut man dann auf seinem Acker an (also man malt das entsprechende Gemüse auf ein freies Feld) oder man verfüttert es an sein Schwein (für Extrapunkte oder um sich Joker freizuspielen). Von den vier Spielen in dieser Liste ist Harvest Dice mein Lieblingsspiel.

Bunte Würfel: Je vier kleine Platikwürfel in den drei Gemüsefarben.

Würfeldraft für Fortgeschrittene: Sagrada.

Der dickste Brummer in dieser Auflistung. Der Kollege, der mir das von der Spielemesse mitgebracht hat, lehnte eine Testrunde auch gleich dankend ab: Das ist ihm alles zu farbig. In Sagrada baut man bunte Glasfenster in der Sagrada-Familia-Kathedrale. Dazu draftet man bunte Würfel in fünf Farben. Für jedes Fenster hat man vorher einen Bauplan ausgesucht, jeder Spieler folgt einem von 20 unterschiedlichen Bauplänen, außerdem muss er ein geheimes (möglichst viele Augen in einer Farbe) sowie drei öffentliche Spielziele verfolgen, es gibt in jeder Runde unterschiedliche Joker… Sagrada ist nicht eben einfach, hat aber einen hohen Wiederspielwert. Und es ist thematisch sehr dicht. Hauptargument für Sagrada sind aber…

Bunte Würfel: …die 90 transparenten Miniplastikwürfel. Was bunte Würfel betrifft, ist das hier natürlich der Gewinner des Tages.

So, das war es dann für mich im Jahr 2018. Ich wünsche Euch allen ein frohes Fest und einen guten Rutsch, wir hören 2019 voneinander.

Passt auf Euch auf,

Gruß

A.

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