WOPC 2016 Nachlese

von ackerknecht

Diesen Freitag ist der letzte von meinen Preisen für den 2016er WOPC angekommen, damit ist der Wettbewerb endgültig in den Büchern. Der Plural von „Preisen“ im letzten Satz deutet es schon an: Letztes Jahr war das Jahr des Ackerknechts! Insgesamt konnte ich drei vier Preise abräumen: einmal für den Schnellstart, einmal für den Weihnachtspreis und sogar einen Preis für dem dritten Platz in der Kategorie „Geisterhäuser“. (Edit: Und noch einen mehr in der Tombola!)  Da will ich doch mal die Gelegenheit nutzen, meine Beiträge kurz zusammenzufassen und ein paar Worte zu den gewonnenen Preisen zu sagen.

Wildwechsel-Titel

Ich muss gestehen: Das hier habe ich eher schnell zusammengehackt, um die Deadline für den Schnellstarter-Preis einzuhalten. Dafür bin ich aber mit dem Ergebnis recht zufrieden: Es ist mal was anderes. Wer in Splittermond zur Abwechslung eine monsterlastige „Tour de Force“ spielen will, ist mit dem Beitrag gut beraten. Ich habe versucht, den Geist des Wildwechsel-Mondpfades einzufangen und denke, dass ich (ohne die Feenwelten-Spielhilfe zu kennen) nicht allzu sehr gegen offizielle Setzungen verstoßen habe. Immerhin hat es einem Juror so gut gefallen, dass der Beitrag es auf die Longlist geschafft hat.

Der Preis: Ein Basisregelwerk für das österreichische Steampunk-RPG „Finsterland

20170422_200029-e1492890763752.jpgUnd gleich für den ersten Beitrag habe ich ziemlich glücklich im Schnellstarter gewonnen: Allein von seiner Wertigkeit (ein Hardcoverband!) ist der Finsterland-Grundband sehr cool. Die Regeln erscheinen mir nachvollziehbar, stimmig und gut spielbar, aber der Hammer ist das Setting. Ich bin mir sicher, den Witz dahinter als Nicht-Österreicher nur ansatzweise zu verstehen, aber diese Ansätze gefallen mir ausnehmend gut. Wenn ich  jemals eine Runde darin leiten werde, dann werde ich mich allerdings in den gängigen Österreich-Klischees ersticken. Meine Vorliebe für das Spiel in Gastronomien habe ich ja bereits mehrfach beschrieben. Hierfür würde mich einen Nachmittag im Alte-Damen-Konditorei-Cafe einnisten, um bei Wiener Melange und Sachertorte zu zocken.

Sandstürme-Titel

Meinen zweiten Beitrag habe ich für Numenera geschrieben. Er zeigt eines meiner grundsätzlichen Probleme mit der neunten Welt auf: Die Bizarrerie um der Bizarrerie willen. Monte Cook schreibt sinngemäß, dass man, wenn die Spieler eine Idee bekommen, wofür eine Anlage gebaut wurde, dann solle man ganz schnell etwas total krasses tun, um diesen Eindruck abzuwürgen. Das ist nicht meins. Ich habe die Anlage, in der mein Szenario spielt, relativ eindeutig beschrieben: Es ist ein alter Damm in einem ausgetrockneten Flussbett, in dem früher irgendwas mit Wetterbeeinflussung gemacht wurde, und die zwei damals dafür zuständigen Computersysteme liegen jetzt im Clinch miteinander. Leider kam der Beitrag bei der Jury anscheinend nicht sonderlich gut an, aber die Konkurrenz bei „Durch die Wüste“ war auch echt hart. Vielleicht hätte ich den Beitrag doch als „Geisterhaus“ anmelden sollen. Übrigens hatte ich hier die meiste Arbeit bei der grafischen Aufbereitung – allein die Schatten der Strommasten von der Dammmauer weg zu retuschieren hat ewig gedauert.

Der Preis: Das DCC-Weihnachtsabenteuer „Advent of the Avalanche Lords“ via Sphärenmeisters Spiele

Ich muss gestehen, Dungeon Crawl Classics ist nicht mein Spiel. Die funky dice sind mir zu funky, und die Herangehensweise „Die SC sterben wie die Fliegen“ gefällt mir nicht. Der „Advent“ ist nichts desto weniger ein sehr gelungenes Weihnachtsabenteuer. Die amerikanische Weihnachtsfolklore wurde im wahrsten Sinne des Wortes abenteuerlich umgesetzt. Schreib- und Grafikstil sind gelungenes und konsequent durchgezogenes  Over-the-Top-Retro. Zum Spielen wird es eher nicht kommen. Aber zum durchlesen und sich dran erfreuen ist es super. (Hmmm… oder vielleicht doch auf DSA1 konvertieren?)

Ceres-Titel

Hier wusste ich zu Beginn, dass ich eine über ein gestrandetes Schiff oder eine Raumstation für Space:1889 schreiben wollte. Als ich nach freien Bildern von frühen Konzepten in der Raumfahrt gesucht habe, bin ich über die Geschichte von Hermann Noordung gestolpert, die ich dann unbedingt verwenden wollte. Dass ich während der Arbeit an einem Szenario über einen österreichischen Raumfahrt-Visionär noch ein österreichisches Steampunk-RPG gewonnen habe, hat mich dann umso mehr erfreut. Fast so sehr wie die Tatsache, dass ich mit der Bronzemedaille für diesen Beitrag zum ersten Mal einen Preis für die Leistung, und nicht nur für das Losglück gewonnen habe 😉

Der Preis: Ein „Ätherdeck“ von Anja Bagus


20170422_195948.jpgUnd es bleibt ätherisch, dieses Mal habe ich ein Pokerblatt im Steampunk-Stil gewonnen. Es handelt sich 52 Standard-Spielkarten mit 12 individuellen Jokern. Die Karten sind aus widerstandsfähigem Spielkarten-Kunststoff, und das Design ist hübsch anzusehen. Ein sehr schönes Gimmick, das sicherlich Verwendung am Spieltisch finden wird.

*Bonustrack!* Der Roman „Herbstlande“ vom Verlag Torsten Low

Gerade als ich diesen Text fertig geschrieben hatte, erfuhr ich durch eine Mail von Greifenklaue, dass ich noch einen vierten Preis gewonnen habe. Der Roman „Herbstlande“ ist noch nicht bei mir angekommen, aber der Klappentext verspricht Lesevergnügen.

Und damit endet der 2016er WOPC für mich endgültig. Ihr findet meine Beiträge im Gesamtdownload. Ich will mich noch einmal bei Greifenklaue und Würfelheld für die Organisation, bei den Sponsoren für die tollen Preise und bei allen TeilnehmerInnen für den großartigen One-Pager-Sammelband bedanken. Im nächsten Jahr geht’s weiter!

Beste Grüße

A.

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