Doppelquest: Speis, Trank und Fantasy

von ackerknecht

Huh, das sind doch drei Sachen, die ich oben aufgezählt habe? Ja, stimmt genau, ich arbeite den aktuellen und den letzten RPG-Blog-o-Quest ab. Los geht es mit der Fantasy (Juli 2016).

Lieber Low- oder Highfantasy? Warum? Ganz klar Low-Fantasy. Bauergaming und so. Wobei ich bei manchen Dingen ein etwas höheres Phantastik-Niveau bevorzuge. Zum Beispiel sollte ein Zauberer auch wirklich zaubern können (und nicht beim Versuch, eine Kerze anzuzünden, Schweißausbrüche und Nasenbluten bekommen). In letzter Zeit würde ich mich aber eher als „Bier&Bretzel-Gamer“ bezeichnen. Um das genauer zu erklären, ziehe ich mal die dritte Frage vor.

An Oldschool gefällt mir der Grundgedanke, sich einfach mit ein paar Kumpels hinzusetzen und ohne viel Aufhebens loszuzocken. Wenig abgewinnen kann ich allerdings den meisten Retro-Klon-Regelsystemen, wie z. B. Swords&Wizardry. Immer, wenn jemand die „einfachen Regeln“ der OSR-Systeme lobt, frage ich mich, ob wir dasselbe gelesen haben. Regelwerke wie eben Swords&Wizardry mögen vieles sein, einfach (oder gar elegant) sind sie nicht. Einfach und elegant sind für mich Sachen wie World of Dungeons. Ich habe aber eine Vorliebe für moderne Systeme im Retro-Stil, wie Dungeonslayers.

001Mein liebstes Crossover mit Fantasy ist Shadowrun, weil es zum einen das erste Crossover-System ist, mit dem ich gespielt habe – und das nicht gerade wenig. Zum anderen entwickelt sich das Spiel kontinuierlich weiter, sowohl regeltechnich wie auch im Metaplot. Gerade beim letzteren finde ich es interessant, wie die Visionen der frühen 1990er Jahre, was die Technik des Jahres 2050 betrifft, modernisiert wurden. Jetzt hat man ein Bild, wie man sich in den 201er Jahren die 2070er vorstellt. :p

Aber auch erzählerisch/weltenbauerisch hat sich Shadowrun gut entwickelt. Ein Beispiel sei hier der große Drache Lofwyr: Zu SR2-Zeiten war er einfach nur mordsgefährlich und megamächtig, weil reich und Drache. Der SR5-Lofwyr ist meiner Meinung nach ein viel interessanterer Charakter: Eben weil er ein Drache ist, kann er sich im das gesamte Mikromanagement seines Megakonzerns kümmern. Mit anderen Worten: Macht Ihr einen winzigen Shadowrun für oder gegen Saeder-Krupp, dann könnt Ihr sicher sein, dass Eure Handynummer in Lofwyrs Rolodex steht. Das ist doch deutlich beängstigender.

Von SR abgesehen wird Numenera bald seine große Chance bekommen.

Die Lofwyr-Geschichte bringt mich zu Frage Nr. 4:

Meine liebste RPG-Anekdote mit Drachen ist eine Magic-The Gathering-Anekdote. Es gibt eine Karte namens Niv-Mizzet, the Firemind. Diese lässt sich mit der Karte Curiosity zu einer 2-Karten-Sieg-Kombination vereinen. Als diese Interaktion gerade Wellen geschlagen hat (zugegebenermaßen nicht besonders große), habe ich in Frankfurt gewohnt. Wenn Ihr mal lachen wollt, unterhaltet Euch mit einem Hessen über „neugierige Drachen“…

Welches ist Dein favorisiertes Fantasyvolk? Warum? Menschen. Auch wieder aus dem Grund des Bauergamings: Ich mag einfach unaufgeregte Charaktere. Hier fällt es mir leichter, mich in die Rolle reinzufühlen. Was ich noch ganz gerne spiele sind Halb-Elfen und -Orks. Gerade bei ersteren mag ich die uralte, mysteriöse Kultur, die die Halb-Elfen nur erahnen können, ohne jemals Teil von ihr werden zu können. Ein guter Ansatzpunkt für’s Charakterspiel.

Damit ist der Juli durch, wir kommen zum August:

Welche Art von Speis & Trank gibt es bei Euch typischerweise beim Spiel? Wenn wir nicht gerade in der Kneipe sitzen läuft es auf die üblichen ungesunden Standards heraus: Snackage und eine Essensbestellung. Es sei denn, es fühlt sich jemand zum Kochen berufen…

Wer kümmert sich um Knabbereien und Getränke? Es gilt die alte Weisheit: Wenn jeder an sich selber denkt, dann ist an alle gedacht.

Während wir spielen ist Alkohol kein besonders erwähnenswertes Thema. Hier möchte ich etwas weiter ausholen. Zuerst die Beantwortung der Frage: Meine Runden sind, auch meinem eigenen Zeitmangel und dem meiner Leute geschuldet, meistens Bier&Bretzel-Runden. Ihr müsst euch das einfach vorstellen wie ein durchschnittliches Treffen einiger alter Freunde, die alle Mitte Dreißig sind. Nur eben mit Würfeln. Wer will und kann (weil man nicht fahren muss und/oder schwanger ist), der darf ruhig was trinken. Macht nicht jeder, ist aber nichts Unerhörtes.

So weit, so einfach. Aber die Frage (bzw. die Tatsache, dass sie gestellt wurde) lies mich nachdenken. Gibt es Gründe, bei denen ein (im Rahmen bleibender) Konsum am Rollenspieltisch unterbleiben sollte? Ich meine damit Gründe, die im Rollenspiel begründet sind. Mir fällt da die ultra-kompetitive D&D-Runde aus Farador ein. Aber sonst eher nichts. (Ich gehe hier von volljährigen, verantwortungsvollen MitspielerInnen aus.)

Obst und Gemüse am Spieltisch ____________ .

Ja. Genau so. Sollte man aber öfter.

Beim großen Abend (oder Mittags-) Hunger: Wird bestellt, vorher gekauft oder selbstgekocht? Wenn nicht in einer Gastronomie gespielt wird, dann wird in der Regel bestellt. Wie gesagt, wenn jemand kochen möchte, dann gern. Aber in der Regel wird der Weg des geringsten Aufwands gewählt.

Wenn gegessen wird: Pause oder weiterspielen? Pause. Wie gesagt, Mitt-Dreißiger, die sich selten treffen. Irgendwann muss man sich ja auch über Mini-Vans, Elternzeit und obzöne Eigenheimpreise unterhalten…

 

Soweit bis hier,

Bis zum nächsten Mal

Gruß

A.

 

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