6 Editionen zum 6.6.

von ackerknecht

In den zurzeit umherfliegenden Blogstöckchen habe ich bei der Greifenklaue eine Frage gefunden, die mich so fasziniert, dass ich sie tiefergehend behandeln will:

Wenn ihr von all euren Rollenspielen nur eine Edition behalten könntet – und zwar für alle die mit der gleichen Editionsnummer (also zum Beispiel Shadowrun 5 und D&D 5 und DSA 5, aber nicht Shadowrun 2, D&D 3 und DSA 4), welche wäre es?

Das will ich mir doch mal genauer ansehen. Und auch auf die Gefahr hin, dass ich in Asboran Hausverbot kriege: Die Antwort ist drei.

Doch zuerst einmal ein Meme von vor neun Jahren (3×3!), der erklärt, warum die 3 die beste aller Zahlen ist. Das war jetzt die Kurzfassung. Etwas weiter ausgearbeitet: Ich werde mich grob an Shadowrun, DSA und D&D entlanghangeln und mal sehen, was ich auf dem Weg noch so treffe.

Erste Edition. D&D kenne ich hier nur von Retro-Klonen wie LabLord. Das zündet bei mir leider irgendwie nicht. DSA1-Varianten spiele ich gern bei launigen, bierseligen One-Shots, aber auf Dauer wäre das nichts für mich. Und die erste Edition von Shadowrun ist leider unspielbar. Bei den ersten Editionen werde ich nicht glücklich.

Zweite Edition. D&D2 müsste ja dann AD&D sein. Hier hatte ich mal eine Starterbox von Amigo (passt das zeitlich?), die mir mit den Worten „Hier hast Du mal ein richtiges Rollenspiel, nicht diesen DSA Krams“ angeschwatzt wurde. Das Testlesen endete ziemlich abrupt bei der Beschreibung des Dorfschmieds, bei dem der Fokus überproportional auf dessen Kampfwerten und -strategien lag. Da wusste ich, dass ich mit D&D nicht warm werden würde. Es hat dann auch 20 Jahre bis zum nächsten Anlauf gedauert. Shadowrun 2.01D war die Regeledition, mit der ich hier am meisten gespielt habe. Es ist besser als die ersten Regeln, aber noch lange nicht ausgereift. Dasselbe gilt für DSA: Das Spiel wird besser, aber erst die nächste Edition fand ich richtig gut.
Wenn irgendwann eine zweite Edition von Splittermond erscheint, welche die gröbsten Schnitzer (vor allem im Kampfsystem) bereinigt, dann könnte ich mir ein Spiel mit den zweiten Editionen vorstellen: SR2 würde irgendwie gehen, DSA2 wird gehausregelt, und AD&D wäre einfach raus.

Dritte Edition. Hier wird es wärmer. SR3 ist die letzte Überarbeitung des „klassischen“ Regelkerns, und gilt als beste Edition (zumindest in meinem Umfeld). Mit DSA3 habe ich am meisten das Schwarze Auge bespielt. Die Dinge, die mich wirklich gestört haben (vor allem die Zufallskomponenten bei Generierung und Steigerung) haben wir damals schon gehausregelt, und die Welt/Regel-Verflechtung gefiel mir damals wesentlich besser als heute (vor allem bei geweihten Helden). Den Ausschlag gibt aber, was mich selber am meisten überrascht, D&D. Mit der OGL und d20 begann die große Zeit der Drittverlags-Produktionen, die mit Pathfinder eine sehr interessante Entwicklung genommen hat. Um so mehr freue ich mich, dieses System – nach Jahrzehnten des Desinteresses – jetzt für mich neu zu entdecken. Allein schon mein Interesse hierfür lässt mich bei den dritten Editionen hängen.

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Hiermit würde ich auf die einsame Editionsinsel reisen…

Vierte Edition. D&D4 ist komplett an mir vorbeigegangen. In der Rückschau glaube ich aber, dass mir dessen Spielstil überhaupt nicht gefallen hätte. Bei Shadowrun fand hier der große Systemwechsel statt, aber der Kracher hat nicht recht gezündet. SR4 hängt zwischen den Stühlen, die dritte und die fünfte Edition gefallen mir besser. Mit DSA4 ist dieses Spielsystem endlich in der Moderne angekommen. Abschaffung der Würfelwürfe bei der Generierung – super. Die Einführung eines Rasse/Klasse-Modells war auch lange überfällig. Nur leider ist das System mit der Edition 4.1 so eskaliert, dass ich nur wenig damit anfangen kann.
Wenn ich aber in die Liste der Systeme noch DungeonSlayers mit aufnehme, dann würde ich mich auf die vierten Editionen festlegen.

Fünfte Edition. Auch hier lässt mich D&D eher kalt. Dafür mag ich Shadowrun 5 sehr gern. Die neuen Ansätze aus SR4 wurden weiterentwickelt (teilweise auch zurückgenommen), das Ergebnis gefällt mir sehr gut. Das Zünglein an der Waage ist damit DSA5. Und hier muss ich leider schreiben: Sorry, ich fühle es nicht. Eigentlich will ich dazu aber mal so richtig was losschreiben, aber der Zeitmangel lässt es nicht mal zu, meine Gedanken ordentlich zu sortieren. Ich habe mir vor kurzem erst ein DSA5-Regelwerk gekauft (die überarbeitete Taschenbuchversion), und der Funke will einfach nicht überspringen. Auch, wenn ich als DSA3-Fan eigentlich ein Teil der Zielgruppe sein sollte. Wie gesagt: Sorry, ich fühl’s nicht. Wenn ich einen Punkt rausgreifen sollte, dann wäre es die neue Rolle von Göttern und Geweihten. Und damit meine ich nicht die „Karmalzauberei“ (die stört mich auch), sondern die neue Lesart bezüglich der Unsterblichen im Kosmos. Hier bleibe ich lieber bei einer der vorherigen Editionen.

Sechste Edition. Das wäre ein riskanter Spielzug. Werden die nächsten Editionen meiner persönlichen „Großen Drei“ so gut, dass ich exklusiv auf sie warten würde? Und womit vertreibe ich mir die Zeit, bis es soweit ist?

  • Die sechste Edition von Magic: The Gathering ist bei weitem nicht das beste Grundset. Aber mit den 6th Edition Rules begann die Ära des modernen Designs, so dass man hiermit echt gut spielen kann (wenn man das Vermarktungsmodell von Magic außer Acht lässt).
  • Die sechste Edition von Call of Cthulhu soll wohl ganz gut gewesen sein.
  • Final Fantasy 6 war das beste Super NES-Rollenspiel und einer der besten Titel für diese Konsole allgemein. Und da das Super Nintendo die beste Konsole aller Zeiten ist…

 

Bis zum nächsten Mal,

die besten Grüße

A.

 

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