Fünf Dinge zum 5. 5.

von ackerknecht

Das hier hat als leicht beschwipste Diskussion unter Nerds angefangen. Da wollte mir niemand zuhören. („Das ist jetzt gerade mal scheißegal, dass das Deine Hochzeit ist! Das hier ist wichtig!!!“) Jetzt schreibe ich es in meinen Blog, wo es niemand liest. Ich präsentiere: Fünf Gründe, warum das Katana keine besonders tolle Waffe während der Zombie-Apokalypse sein dürfte. (Sorry, Michonne…)

Nummer 1: Die historische Funktion der Waffe. Fangen wir doch mal ganz bei Null an und werfen einen distanzierten Blick auf’s Schwert: Das Katana war, gerade in den „letzten Zügen“ seiner militärischen Nutzung, die Repräsentations- und Duellwaffe des adligen Kriegerstandes. Ich rede hier mithin vom japanischen Mittelalter, also einer Zeit, in der sehr viel Wert auf Tradition und Formalismen gelegt wurde. Die Samurai waren Mitglieder einer Kaste, die sowohl auf höher- wie auch auf niedriger gestellte Personen eine Wirkung hatten. All das ist einem Zombie scheißegal. Das macht das Katana jetzt nicht zu einer per se schlechteren Waffe. Ich will es daher anders formulieren: Wir reden hier über das archetypische Schwert einer Kriegerkultur, für die Ehrlosigkeit schlimmer als der Tod war. In der Zombie-Apokalypse geht es im Wesentlichen ums Wegrennen und Verstecken. Wie passt das zusammen?

Nummer 2: Training, Training, Training. Um mit einem Katana perfekt umzugehen, braucht es Jahre intensiven Trainings. Und wenn man mit dem Katana gegen Armeen von Untoten losziehen will, dann sollte man es perfekt beherrschen – jemand, der mit einem Katana „nur so halb“ umgehen kann, ist für seine Mitüberlebenden eine deutlich größere Gefahr als jemand, der „nur so halb“ mit einem Zimmermannshammer umgehen kann. Nichts ist gefährlicher als ein inkompetenter Möchtegern-Samurai, der mit einem langen, scharfen Schwert rumfuchtelt. Jetzt ist die Zeit, die man neben Arbeit, Familie, Rollenspiel und Bloggen noch hat, um sich auf die Zombieapokalypse vorzubereiten, aber begrenzt. (Nicht, dass das irgendwer wirklich tun würde… das wäre ja krank.) Es gibt so viel für die Vorbereitung der Postapokalypse zu lernen: Survival, Kochen, Jagen, Landwirtschaft, Reparieren von Dingen, Psychologie, … Lohnt es sich da wirklich, so viel Training für eine einzelne, exotische Waffe zu investieren?
Eng damit verwandt ist das Thema „Stressstabilität“: Für den Kampf mit dem Katana braucht man Nerven wie Drahtseile. Auch hier gilt: Nichts ist gefährlicher, als jemand, der mit einem langen, scharfen Messer in der Hand die Nerven verliert…

Nummer 3: Es ist arg unpraktisch. Ihr zieht mit Eurer Gruppe durch eine enge Straßenschlucht mit liegen gebliebenen Autos. Oder noch schlimmer: Die Kanalisation. Plötzlich tauchen an der engsten Stelle zwei halbskelettierte Arme und eine verweste Visage auf. Selbst wenn Ihr Euch an euer Schwertkampftraining erinnert und cool bleibt: Wo und wie wollt Ihr kämpfen? Wären nicht vielleicht eine Brechstange oder ein Beil zum einfach drauf-los-hacken praktischer?
Dazu kommt, dass man mit einem Katana nix, aber auch gar nix außer kämpfen machen kann: Weder Türen aufbrechen, noch Fenster einschlagen, noch jagen, noch Holz hacken… Ja nicht einmal als Buschmesser-Ersatz ist es wirklich brauchbar. Ihr müsst eh Werkzeug mitnehmen, wäre es da nicht survival-ökonomischer, wann würde gleich lernen, mit dem Werkzeug zu kämpfen?

Nummer 4: Es ist sehr selten. Jetzt könnt Ihr also mit dem Katana kämpfen, seid mental stabil wie Stahlbeton und habt Euch gut auf den Weltuntergang vorbereitet – aber als er stattfindet seid Ihr auf Geschäftsreise in Wanne-Eickel und das Schwert steckt zu Hause in der Golftasche. Oder Ihr verliert es bei der Flucht aus der Stadt, oder es wird Euch geklaut oder oder oder… Ein Katana dürfte absolut unersetzbar sein. Gerade ein „richtiges“, nicht so ein Poser-Ding, das die Waffenläden im Bahnhofsviertel für 300€ an Möchtegernrapper verkaufen. Sicher, auch eine Machete oder eine Feuerwehraxt dürfte schwer aufzutreiben sein. Aber ein Samuraischwert? Keine Chance.

Nummer 5: Es ist (vielleicht) unnötig. Bei diesem Argument stellt sich die Frage, mit was für Zombies wir es zu tun haben werden. Bei den flotten, gelenkigen Untoten aus 28 Days Later ist ein Katana (oder jede andere mittelalterliche Handwaffe) sicher ganz brauchbar. Aber gegen die schlurfenden TWD-Zombies reicht auch ein Speer oder eine Mistforke. Hier wäre das Katana wieder eine Verschwendung von (Lern- & Ausrüstungs-)Ressourcen.

So, ich gehe jetzt zum Bogenschießtraining,

bis zum nächsten Mal,

Gruß

A.

 

P.S.: Da Verlinkungen auf Nandurion dem Traffic meines Blogs enorm gut tun und meine Bewerbung bei Asboran noch steht: Alles gesagte gilt auch für Tuzakmesser.

 

 

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