Vier Dinge zum 4.4. des Jahres 2000+4×4

von ackerknecht

OK, vielleicht habe ich den Zahlenwortwitz zum Schluss etwas übertrieben. Aber die Vier ist nunmal die zweifache Zwei. Und als diese ist die Vier eine Zahl von besonderer Harmonie. Oder um es mit einem Mitgefangenen des jungen Walter Kempowski in Ein Kapitel für sich zu sagen: „Bei der Vier geht aller Schaden glatt hindurch, von oben nach unten oder von rechts nach links“. Anlass genug, um nach 4+4 Monaten mit dem neuen Aventurischen Boten die vier mitgelieferten Heldenwerk-Abenteuer kurz kritisch zu betrachten. Auf geht’s!

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Mit Ein Goblin mehr oder weniger habe ich mich kurz nach Erscheinen des ersten neuen Boten intensiver auseinandergesetzt.

Meine damalige Bewertung des Abenteuers bleibt bestehen, obwohl ich es nach ein paar vielen darüber geschlafenen Nächten viel besser als vor acht Monaten finde. Ein Goblin mehr oder weniger ist ein sehr gelungenes Detektivabenteuer, dass trotz des Schauplatzes in einer Großstadt den Flair eines Kammerspiels hat. Einen Punktabzug gibt es, weil das Szenario selbst für DSA-Verhältnisse ausgesprochen bieder ist. Und weil ich kein Fan der verwendeten Illustrationen bin. Drei von vier Punkten.

20160331_154325Die gehäutete Schlange ist ein weiteres Detektivszenario, diesmal in der liebfeldischen Metropole Vinsalt angesiedelt. Es geht um einen Mord im Umfeld der Hesindekirche, Intrigen, Verschwörer, Kirchenpolitik, die große horasische Politik, …

Meine Bewertung: Leider zeigt das Szenario ganz klar die Grenzen des Formates „Heldenwerk“: Ein offenes Kriminal-Szenario mit starker Einbindung in die „Lebendige Geschichte“ – das sprengt den Rahmen der 14 Druckseiten. Detektivabenteuer sind vorbereitungsintensiv und brauchen viel Platz, der hier nicht zur Verfügung stand. Das hat beim „Goblin“ besser geklappt. Schade. Einer von vier Punkten.

20160331_154342Kibakadabra ist nach zwei kriminalistischen Stadtabenteuern der überfällige Pendelschlag in die andere Richtung: Es handelt sich um einen klassischen Dungeon Crawl im uthurischen Dschungel. Wobei die Natur der Anlage, genau wie das allgemeine Umfeld des Südkontinents, für aventurische Verhältnisse eher „bizarr“ als „klassisch“ genannt werden darf.

Meine Bewertung: Nichts auszusetzen. Das heißt, doch, zwei Sachen hätte ich, für die aber das Abenteuer wenig kann:

  1. Meiner DSA-Gruppe kann ich keinen One-Shot mit dem Beginn „So, wir sind jetzt mal in Uthuria…“ vorsetzen. Und für die Haupt-Storyline der Überfahrt und der aventurischen Kolonialisierung sind wir, fürchte ich, nicht bereit.
  2. Mit meiner Dungeon Slayers-Gruppe habe ich gerade die Höhlen der Fäulnis gespielt, da kann ich die sehr ähnliche Thematik so schnell nicht wieder bringen.

Trotzdem: Vier von vier Punkten.

20160331_154352Für Die Thorwalertrommel geht es zurück nach Festum. Die Helden sollen mal wieder der Stadtgarde aushelfen, dieses Mal als Ordner während der notorisch unruheträchtigen Attmaskottjenumzüge. Das Ganze ist teilweise eingebunden in den laufenden Metaplot zum Bornland.

Meine Wertung: Hier klappt das „große“ Stadt Szenario wesentlich besser als bei der „Schlange“. Das mag daran liegen, dass ein Schlägerei-Plot deutlich platzsparender als ein Detektiv-Plot ist. Trotzdem passen hier einfach mehr Sachen zueinander: Die Handlung, die Stimmung in der Stadt, der Bezug auf „Lebendige Geschichte“… Trotzdem stelle ich mir dieses Abenteuer auch vorbereitungsintensiv vor – intensiver, als es mir beim Heldenwerk wahrscheinlich lieb ist. Punktabzug gibt es für die viel zu kleine Festumkarte. Um sie am Spieltisch nutzen zu können, müsste ich sie von ca. 1/4 A4 auf A3 hochziehen. Das krigt mein Kopierer zwar hin, aber schön ist was anderes. Trotzdem: Drei von vier Punkten.

Damit haben wir am Ende elf von 4×4 möglichen Punkten erreicht. Oder in anderen Worten: Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung des Heldenwerks. Der Gedanke, das Abo zu kündigen, liegt in ferner Vergangenheit. Nur ein Problem habe ich: Ich weiß nicht, was ich mit der inneraventurischen Gazette machen soll, in die die Abenteuer immer eingewickelt sind. Auch diese hat sich positiver entwickelt, als ich anfangs erwartet habe, abe sorry, ich fühle es einfach nicht…

Preiset die Schönheit nichtsdestoweniger,

Gruß

A.

 

 

 

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