Setting-o-Quest

von ackerknecht

Nachdem ich die letzte RPG-o-Quest übersprungen habe, will ich dieses Mal die Fragen zu den Settings wieder beantworten (wenn auch kurz vor knapp). Ich habe die Fragen sinngemäß gekürzt, um gleich zu den Punkten zu kommen, die mir wichtig sind. Auf geht’s!

Welche Eigenschaften schätzt Du an Deinen Lieblingssettings? Die einfache Zugänglichkeit. Am liebsten spiele ich in Settings, die entweder wirklich jeder Rollenspielerin bekannt sind (bestes Beispiel: DSA) oder die einem Nerd in ganz wenigen Worten zu erklären sind (z. B. „Cyberpunk trifft Fantasy“, „Winnetou“, …). Der Grund ist hier hauptsächlich Zeitmangel: Wenn ich schon einmal eine Gruppe zusammenbringe, will ich auch einfach möglichst viel Spielzeit mit Spielen verbringen. Dazu kommt, dass ich hauptsächlich spielleite, was einfacher fällt, wenn man selbst und alle Beteiligten eine gute Idee haben, worauf es in dem Setting ankommt.

Hast Du schon Settings selber gebaut? Nein, denn ich habe bis jetzt noch nicht die Notwendigkeit dafür gehabt. Ich kann mich für viele veröffentlichte Settings begeistern. Außerdem bin ich mit keinem der am Markt erhältlichen Settings so unzufrieden, dass ich sage „Das muss doch mal jemand besser machen – und dieser jemand bin ich!“ Wie oben angedeutet, komme ich nur noch selten zum Spielen bzw. Leiten. Daher sehe ich es auch als Serviceleistung meinen SpielerInnen gegenüber, ihnen Settings zu bieten, mit denen sie sofort vertraut sind. Oder anders gesagt: Das Aufwand/Ertragsverhältnis, um meiner Spielerschaft ein selbstentworfenes Setting schmackhaft zu machen, gefällt mir nicht.
Was ich mir aber sehr gut vorstellen könnte, wäre ein paar TV-Serien als Rollenspielhintergründe zu nutzen (dazu später mehr). Sollte es je dazu kommen, würde ich den „Top Down“-Ansatz verfolgen. Erst einmal müsste ich das Spielgefühl der jeweiligen Welt greifbar umsetzen, um die Details würde ich mich später kümmern.

Magst du lieber generische Settings, deren Tropes jeder kennt? Auf jeden Fall. Wie gesagt, der Zeitmangel steht hier im Vordergrund. Sollte ich noch einmal eine Spielgruppe haben, mit der ich über einen längeren Zeitraum regelmäßig spielen könnte, dann… würde wahrscheinlich immer noch generische Settings bevorzugen. Die gängigen Fantasy- und Horrorwelten oder die bekannteren Space-Opera-Franchisen haben so viel offenen „Design Space“, dass ich auch dann keinen Bedarf hätte, möglicherweise schwer vermittelbare Exotik-Settings zu bespielen.

Wie steht es um den Detailgrad bei Kaufsettings? Hier bin ich klarer Fan der 500-Seiten-Quellenbände. Das Pendel der verfügbaren Zeit schlägt hier ins andere Extrem um. Bei wenig Zeit zum Spielen nehme ich mir gern die Zeit, mir Hintergrundwissen zu den Spielwelten anzulesen. Das macht mich (in meiner Erfahrung) auch souveräner beim Leiten, selbst wenn viele der Informationen in solchen Bänden niemals relevant am Spieltisch werden dürften.

Welches Setting hat Dich zuletzt beeindruckt? Ein Experiment, das ich länger ausprobieren will, ist die rollenspielerische Umsetzung des Sonntag-Abend-Krimis im Ersten, für Risus, Lite oder FATE. Die oben erwähnten „Tropes“ sind relativ klar, und wirklich jede/r kann etwas damit anfangen. Neulich bin ich beim Zappen aber am absoluten Meister des klischeeüberladenen Rentnerkrimis hängengeblieben. Wenn ich irgendwann mal Bock auf eine trashige Krimirunde habe, dann wird es „Mordkommission Istanbul“ werden… 😉

Beste Grüße, A.

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