Unterm Drucker

von ackerknecht

Wenn ich mein selbstgestecktes Ziel von drei Blogeinträgen pro Monat im März noch halten will, dann muss ich mich jetzt sputen. Und dann haben mir die Orkpiraten auch noch mein Karnevalsthema geklaut… Nichtsdestotrotz, hier mein Beitrag zum Umzug im März!

Vor kurzem bin ich dank HumbleBundle günstig an einen bunten Strauß englischer Pathfinder-PDFs gekommen. Aus den Derivaten der OGL habe ich mir nie groß etwas gemacht (da bin ich zu sehr DSA-Kind), und englisches Material umgehe ich nach Möglichkeit auch. Aber was soll’s, die Dokumente haben umgerechnet 16,50€ gekostet, und je mehr ich darin herumblättere, desto begeisterter werde ich.

Logo_RSPKarneval_500px_Druck_pinkIch bin nun ein großer Fan von Papier, ganz im Gegensatz zum oben erwähnten Orkpiraten. Wenig überraschend gilt das, und da bin ich mir mit dem Piraten einig, auch für Rollenspielmaterial. Mein erster Plan war es dementsprechend, mir die wichtigsten Bände auszudrucken und binden zu lassen. Ich habe da einen ganz guten Deal mit einem Drucker, ich hätte  das knapp 600 Seiten umfassende Grundregelwierk in Farbe und gebunden für etwa 30-35€ haben können. Nur… das deutsche Grundregelwerk wäre mit 50€ auch nicht mehr so viel teurer. Und wie gesagt, ein so großer Pathfinder-Fan bin ich auch nicht, dass ich jetzt eine Regelwerksammlung davon anfangen wollte. Trotzdem will ich gerne Pathfinder mal ausprobieren. Wie ich an dieser Stelle schon mal geschrieben habe, ist meine Begeisterung für das „älteste Rollenspiel der Welt“ dank einer Komplettlektüre des „Order of the Stick“ mächtig angestiegen. Nächstes Wochenende ist hier in der Nähe eine sehr schöne, kleine Con, da werde ich mal mein Glück versuchen. Daher wird Pathfinder für mich ein großes Rollenspiel-Experiment: Ich habe alle PDF-Dateien auf Tablet und Telefon, und auch das System-Referenzdokument ist eine trafficschonende Webseite. Pathfinder soll mithin das erste Rollenspiel werden, das ich komplett rein elektronisch zur Kand haben will.

Naja, ganz komplett nicht. Meinen Charakter werde ich schon auf einem Blatt Papier bereit halten. Ich werde mir auch mein eigenes, privates Referenzdokument erstellen und ausdrucken, um Zauber und Spezialfähigkeiten meines Charakters griffbereit zu haben. Quasi eine Art Playbook im Stil von Dungeon World. Playbooks sind nebenbei bemerkt eine Superidee, um neue SpielerInnen an Systeme heranzuführen. Wenn die Regelwerke als PDF verfügbar sind (z. B. bei Splittermond oder Dungeon Slayers), kann man einfach Anhänge zu den Charakterbögen erstellen. Für diese Anhänge stellt man mittels Screenshots die „Brot&Butter“-Zauber und -Spezialfähigkeiten zusammen, baut noch Ankreuzkästen dran, fertig. Also in etwa so: „Wähle eine der drei folgenden Stärken (bitte ankreuzen):…“
Das erleichtert einen schnellen Einstieg mit eigenem (wenn auch eingeschränktem) Charakterbau  ungemein.

Jedenfalls, Pathfinder. Es gefällt mir wider meiner ursprünglichen Erwartung sehr gut. Nach der Lektüre einiger PDFs komme ich aber zu dem Schluss, dass es ein System ist, mit dem ich mich lieber beschäftigen will, als es wirklich zu spielen. Ein bisschen DSA4.1-Barbiespieler steckt halt doch in mir. Ich kann stundenlang darüber nachdenken, ob mein Hexenmeister besser der Ifrit- oder lieber der Feuerelementar-Blutlinie angehören soll. Für den Spieltisch ist mir Pathfinder, fürchte ich, zu viel. Um zuletzt noch einmal einen Bogen zum eigentlichen Karnevalsthema zu schlagen: Wenn ich am Spieltisch unter Druck gerate, dann spiele ich Perfected. In jedem Rollenspiel.

Möge bis zum nächsten Mal Eure Sicht der Realität Bestand haben,

Gruß

A.

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