Neulich auf der Seidenstraße…

von ackerknecht

Der Januar-Karneval der Rollenspielblogs drehte sich um Portale in fremde Welten. Leider bin ich nicht mehr fertig geworden, ich muss also einen „Nachzügler“ präsentieren… Mein erster Impuls war eine Phantasie zu schreiben, was DSA heute hätte sein können, wenn es mehr Durch das Tor der Welten und weniger Die Verschwörung von Gareth gehabt hätte. Zweiter Impuls war ein Anfall Nostalgie in alte, schlechtere Zeiten, als mir ein Mit-Neuntklässler bei einer heimlich hinter der Bushaltestelle gerauchten Zigarette begeistert geschildert hat, wie sich seine zeit- und dimensionsreisende Shadowrungruppe mit der Minigun durch Aventurien pflügt.

Letztlich habe ich mich doch für kleine Spielhilfen mit (hoffentlich) Mehrwert am Tisch entschieden. Ich präsentiere: Fünf Vignetten auf der lorakischen Seidenstraße, von Palitan in Richtung Sarnburg.

Die Seidenstraße ist der meistbefahrene und sicherste Mondpfad durch Lorakis. Der Pfadwächter Tenkuri garantiert den Sterblichen eine sichere Passage auf seinem Pfad – die Gründe dafür kennt allein er.

Anmerkung: Wer die Reise über die Seidenstraße gern detailiert ausspielen möchte, der findet in diesem Karnevalsbeitrag wichtige Inspirationen.

 1.) Eine Familie Füchse in einem Gasthaus am Wegesrand. In der Schankstube der ersten Wirtschaft hinter Palitan sind nicht nur Reisende auf der Seidenstraße anzutreffen. Auch Reisende aus anderen Feenwelten legen hier zuweilen eine Rast ein. Während der Vater (ein ca. 1,80m großer , aufrecht gehender Fuchs in der Gewandung takasadischer Schwertmeister) an der Theke Getränke holt (Glasbecher mit einem klaren, aber leicht bläulich glimmenden Getränk), reden drei Kinder energisch auf die Mutter am Tisch ein. Sie schwärmen vom gelben Meer, vom grünen Sand und der violett schimmernden Nachmittagssonne. Anscheinend reist die Familie gerade aus Urlaub heim.

Anmerkung: Wer noch Inspirationen zu Samurai-Füchsen benötigt, der werfe einen Blick auf die Kitsune aus Magic.

2.) Etwas Höhenunterschied muss bewältigt werden. Der Pfad endet abrupt an einem Steilhang. Dieser Hang hat sich nicht etwa durch eine immer felsiger werdende Landschaft angekündigt. Die Straße endet einfach mitten in einer grünen, leicht bewaldeten Auenlandschaft. Sogar der kleine Fluss neben dem Weg stürzt in einen nicht unspektakulären Wasserfall vom Hang herab. 200 Meter unter der Abbruchkante verlaufen Straße und Fluss in gewohnter Form weiter. Etwas abseits des Weges windet sich eine Spirale, die aus den gleichen Pflastersteinen wie die Straße besteht, in die Tiefe. Leider ist der Anfang der Straße in vier Metern Höhe über dem Kopf der Charaktere… Vor der Spirale sitzt aber ein ca. 80 cm großer, sehr feister Frosch, gekleidet in ein leuchtend oranges Mönchsgewand, der zögerliche Reisende ermuntert, einfach hoch zu springen. Wenn man das tut und eine kleine Rolle in der Luft schlägt, dann landet man sicher auf dem schwebenden Pflaster. Man kann dann kopfüber hinunter gehen, mit einem Purzelbaum auf der Straße landen und seinen Weg fortsetzen.

Anmerkung: Von allen fünf Mondpfaden ist die Seidenstraße der „weltlichste“. Sie ist und bleibt trotzdem Teil der Feenwelt…

3.) Was stimmt hier nicht? Der Weg führt bei sonnig-frühlingshaftem Wetter über eine lauschige Waldlichtung. Plötzlich zieht ein Gewitter mit düsteren Wolken auf, es blitzt und donnert, das Straßenpflaster bricht auseinander, die Plastersteine glühen orangerotschwarz an der Unterseite und… Genauso schnell, wie es begonnen hat ist der Spuk vorbei. Die Wolken verziehen sich. Vogelzwitschern setzt ein. Blütenfeen und kleine blaue Wichte mit großen Reisstrohhüten setzen die herausgebrochenen Pflastersteine wieder ein und verschwinden wieder in den umliegenden Wäldern.

 Anmerkung: Der Pfadhüter Tenkuri garantiert für die Sicherheit der Reisenden. Keiner weiß warum, aber er wehrt sämtlich Angriffe von außerhalb auf den Pfad schnell und rücksichtslos ab.

4.) Fast Feierabend. Sarnburg liegt nur noch höchstens eine Tagesreise entfernt. Hier begegnet man hin und wieder gnomischen Alchemisten, die einen oder mehrere Tage vom Pfad aus die nähere Feenwelt erkunden, um exotische Reagenzien zu sammeln. Ihre Kiepen und Handwagen sind gefüllt mit steinern aussehenden Blumen, bunt schimmernden Felsbröckchen, von innen leuchtenden Glasflaschen und Beuteln voll metallisch glänzendem Staub.
Weitere Sammler stehen in bereits „feenweltseitig“ vor dem Portal und warten darauf, dass es sich öffnet. Die Stimmung hier gleicht der von Handwerkern, die in der Abenddämmerung darauf warten, vom Vorarbeiter entlassen zu werden.

Anmerkung: Man sollte meinen, dass man hier ein eventuell ein Schnäppchen beim Kauf von Rohmaterial machen könnte. Die Gnome sind aber sehr Wortkarg und recht verschlossen. Das hat zwei Gründe:  Zum einen sind sie an die Regeln der sarnischen Alchemistengilde gebunden, die Verkäufe „unter der Hand“ streng bestrafen. Zum anderen wissen die Gnome, dass sie Tenkuris Regeln bezüglich des Pfades zumindest weit dehnen…

5.) Ein Schulausflug. Der Weg nähert sich dem Ende. Das Portal in Sarnburg ist fast in Sichtweite. Rechts neben dem Weg (aber nicht zu weit davon entfernt!) hält ein Magierin vom „Zirkel der Zinne“ einer kleinen Gruppe Schüler einen Vortrag über die Feenwelten. Ein Gardist des Zirkels und ein gnomischer Wegefinder diskutieren, wann die Gruppe wieder aufbrechen muss, um noch vor Sonnenuntergang das Portal wieder zu erreichen. Schließlich bricht die Gruppe eilig nach Hause auf.

Anmerkung: Und das war es auch für mich! Gruß,

A.

 

 

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