RPGaDAY2015 – Tage 11 bis 20

von ackerknecht

Und hier der zweite Schwung meiner Beiträge zum diesjährigen RPGaDAY!

11. Favorite RPG Writer

Ich habe mir nie große Gedanken über die Leute gemacht, die die Sachen tatsächlich schreiben… Daher hier nur so viel: Als Ulisses im Nachgang des „Großen Autorenwetbewerbs 2011“ Dominic Hladek zum festen Autoren ernannt hat hielt ich das für eine der besseren Personalentscheidungen des Verlags in der jüngeren Vergangenheit.

12. Favorite RPG Illustration

Das Bild von Tim Bradstreet zum Auftakt des Ausrüstungskapitels von Shadowrun 2. Meine damalige Shadowrun-Gruppe war sehr auf „Style“ fixiert. Das Bild hat mir gezeigt, dass es bei SR nicht nur um die glänzendeste Kanone, sondern auch um Deals in schmierigen Lagerhäusern geht.

13. Favorite RPG Podcast

Leider keiner (sorry, Greifenklaue…). Irgendwie habe ich nicht die Geduld zum Podcast-Hören, bzw. zum runterladen, überspielen und dann im Auto hören – denn Zeit im Auto verbringe weiß Gott genug. Der einzige Podcast, von dem ich mehr als eine Folge gehört habe, ist „Drive to Work„. Der Magic-Chefentwickler Mark Rosewater nimmt hier, während er im Auto zur Arbeit fährt, seine Gedanken zum Design des Sammelkartenspiels Magic – The Gathering auf. Wesentliche Triebfeder ist, dass sein „Drive to Work“ genauso lange dauert wie mein eigener…

14. Favorite RPG Accessory

Mein Würfelturm! Nie wieder unter den Tisch rollende Würfel! (Ich weiß, das würde ich mit einem einfachen Würfelbecher genauso gut hinkriegen, aber ich mag das kurze Klappern des Turms.) Warum mir das so wichtig ist erläutere ich bei Tag 22 noch kurz.

15. Longest Campaign Played

Hier müsste ich ja, wie viele DSA-Spieler, eine herzzerreißende Geschichte darüber auf Lager haben, wie meine Spielrunde über der Borbarad-Kampagne zerbrach, aber dazu kam es erst gar nicht. Meine Spielrunde ist nämlich schon über der Phileasson-Kampagne zerbrochen. Ich schreibe bewusst „über“ und nicht „an“, denn zerbrochen ist die Gruppe daran, dass wir uns auf einmal für Schnaps und Mädchen interessiert haben. Seit diesem einschneidenden Erlebnis im zarten Alter von 15 Jahren halte ich jedenfalls Abstand von Kampagnen, die sich über mehr als zwei handelsübliche Abenteuerbände erstrecken.

16. Longest Game Session Played

Irgendwann vor sehr vielen Jahren haben wir den DSA-Horror-Klassiker „Die Tage des Namenlosen“ in einem Rutsch über ein Wochenende durchgespielt.

16.a Longest Pointless Game Session Played

Nach dem Zusammenbruch meiner ersten DSA-Gruppe (siehe oben) haben ein Freund und ich versucht, unsere erste Shadowrun-Gruppe aufzuziehen. Wir wollten vor einem Besuch auf dem örtlichen Altstadtfest (ebenfalls siehe oben, Stichworte „Schnaps“ und „Mädchen“) nur „ganz kurz“ Charaktere bauen. Leider sind wir an den entscheidungsschwächsten Spieler aller Zeiten geraten – vier Stunden später war noch kein einziger Wert verteilt, da die Grundsatzfrage „elfischer Straßensamurai oder menschlicher Straßensamurai“ nicht geklärt werden konnte.

17. Favorite Fantasy RPG

Hier läuft es auf einen Dreikampf der deutschen Mainstream-Systeme hinaus. Ich gebe DSA mit der 5. Edition erst einmal einen Vorschuss. Damit hat es im Moment die Nase vorn vor Dungeon Slayers und Splittermond. A propos Mainstream Systeme: Weder für D&D noch seine Derivate (Pathfinder, LabLord, …) konnte ich micht recht begeistern. Erwähnenswert ist in dieser Kategorie auf alle Fälle noch World of Dungeons.

18. Favorite SF RPG

Ganz klar Shadowrun. Noch ein paar Anmerkungen zu anderen Systemen: Es wurmt mich, dass ich bisher noch nie Cyberpunk 2020 gespielt habe. Da ich keine „großen“ Regelsysteme mehr lernen will, würde ich das Setting wohl mit [digital_shades] bespielen.

Richtige Weltraumoper-SciFi a la Star Wars oder Star Trek habe ich auch nie gespielt. Es reizt mich aber hierzu mal einen One-Shot mit Risus zu leiten.  Obwohl meine RPG-Sozialisation (neben DSA) vor allem im FASA-Kosmos stattgefunden hat, bin ich nie mit BattleTech oder MechWarrior in Berührung geraten. Lediglich das Sammelminiaturenspiel Mechwarrior: Dark Age habe ich als Magic-Spieler viel gespielt. Als das Spiel dann auslief habe ich mich wieder aus der Franchise zurückgezogen – die BattleTech-Community war mir einfach zu krass.

19. Favorite Supers RPG

Woran erkennt man, dass sich die RPGaDAY-Aktion im wesentlichen an die amerikanische Community richtet? An dieser Frage. (Und daran, dass das rote RPGaDAY-Banner englisch ist. D’oh.) Ich habe dergleichen nie gespielt, und denke nicht, dass sich das bald ändern wird. Ich habe allerdings in der Wühlkiste eines mittelerweile nicht mehr existenten Hobbyshops mal ein uraltes Marvel-RPG gefunden, das war ganz witzig. Sollte ich mal Superhelden spielen wollen, wäre hier der erste Anlauf wohl auch Risus. Die Klischees umgehen nämlich ein Kernproblem des Superhelden RPGs: Es ist immer leicht, Gruppen zu spielen, die in etwa auf dem selben Superkräfte-Niveau sind (z.B. die Fantastic Four oder das Suicide Squad). Schwieriger sind Gruppen mit stark unterschiedlichem Powerniveau, wie die Avengers (Thor vs. Hulk) oder Superman/Batman-Combos. Die Risus-Klischees werfen das in diesem Fall zum Scheitern verurteilte Konzept eines Balancings gepflegt aus dem Fenster.

20. Favorite Horror RPG

Auch keins so richtig. Ich bin sehr an Ctuhlu interessiert, kann es aber nie richtig schreiben, was mich jedes Mal schwer frustriert. Obwohl die C’tuhl’hu-Regeln oft gelobt werden, ist es doch ein eher „großes“ System, weswegen ich hier wohl auf Risus zurückgreifen würde, für ein paar erste Versuche (dazu mehr bei Tag 24).

Ich habe mal Vampire: the Masquerade gespielt, aber die Lust daran verloren. Das lag aber weniger am Spiel, sondern an den Spielern*: Ich habe niemals eine Vampire-Gruppe gefunden, in der ich mich richtig wohlgefühlt habe. Meine ersten Anläufe endeten in einer Art „Shadowrun mit Vampiren“ – man denke an die Blade-Filme mit Wesley Snipes. Die späteren Anläufe hatten leider auch weniger mit „Horror RPG“ zu tun, sondern mehr mit „Wer kann sich den geilsten Gothic-Otto ausdenken?“

Von KULT hatte ich viel gehört, es aber nie gespielt. Ich habe immer nur gelesen, dass es ach so brutal sein soll. Auch gab es in meinem Heimatort eine besorgte Mutter, die auf Grund des „KULT Mordes“ in Schweden 1997 massiv gegen Rollenspiele vorging. Das allein war Grund genug, mich nie damit zu beschäftigen, sondern mich auf leichter „verdauliche“ Dinge zu beschränken. Irgendwann im Jahr 2013 habe ich mir mal einen Scan der 1st Edition-Regeln auf Scribd durchgelesen, und habe nur müde mit den Augenbrauen gezuckt. Das Nachtprogramm auf RTL2 sieht doch deutlich grausiger aus. „Saw“ und „Hostel“ machens möglich. Was sagt das jetzt über mich und die heutige Zeit aus?

 

Das war es soweit mit der zweiten Folge, die letzten elf Tage kommen Anfang September. Bis dahin

Die besten Grüße

A.

 

 

 

*Um Missverständnisse zu vermeiden: Das bezieht sich selbstverständlich nicht auf alle Vampire-Spieler, wohl aber auf alle Vampire-Spieler, die ich getroffen habe.

 

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