Grad 0 Vignetten

von ackerknecht

Die Welt von Splittermond ist sehr magisch. Fast jeder Einwohner von Lorakis beherrscht mindestens einen Zauber der niedrigsten Komplexitätsstufe („Grad 0“). Was liegt also näher, als ein bisschen magischen Lokalkolorit für diese Welt zu verfassen?

Eigentlich wollte ich in diesem Karneval einen argumentativen Diskurs zur Benutzung von Vignetten verfassen. Denn einer meiner besten Freunde ist ein sehr überzeugter Anhänger von „Das braucht kein Mensch! Das kann man doch alles schnell improvisieren!“ Mir wurde das aber alles zu viel.
Im Splittermond-Regelwerk auf Seite 317f. gehen die Autoren mit kurzen Vignetten auf das „magische Leben“ in Lorakis ein. Ich beschreibe weitere fünf kurze Szenen, die an verschiedenen Schauplätzen der Splittermond-Welt stattfinden könnten. (In Klammern und kursiv schreibe ich dahinter die jeweils verwendeten Grad-0-Zauber.)

Auf geht’s!

 

Die Gewerkschaft

Unter den lorakischen Tagelöhnern gibt es nicht wenige, die auf magische Weise härter und länger arbeiten können als andere, oder solche, die sich in kurzen Verschnaufpausen magisch erfrischen. Gerade in Hafenstädten gibt es Schauerleute, die auch in der größten Mittagshitze weiter anpacken können, da immer ein kühler Schatten auf ihr Haupt fällt. Diese Arbeiter können natürlich einen höheren Lohn für ihr Tagwerk verlangen. In Tiakabir, der größten Hafenstadt der ehrenhaften Pashtaris, hat sich unter diesen magisch begabten Tagelöhnern eine regelrechte Gewerkschaft entwickelt. Die alten Arbeiter lehren die Jugend ihre Zauber. Sie achten außerdem darauf, dass die nicht zauberkräftigen Packer nicht übervorteilt werden. (Ausdauer stärken, Erfischung, Schattenschleier)

 

Die Straßenschlägerei

In einem etwas besseren Bezirk der iorischen Unterstadt eskalierte der Streit zweier Banden, es kam zu einer Schlägerei. Die Stadtwache musste eingreifen und die Prügelnden ruhig stellen. Auf der Straße sind jetzt knapp zwanzig Wachleute, ein Dutzend Jugendlicher in roten Tuniken und ein Dutzend Jugendlicher in hellblauen Gewändern. Die Schläger tun alle betont unschuldig, sind aber alle in Folge des Kampfes leicht bis mittel lädiert. Einige haben Wunden oder zerrissene Kleidung und tiefe Kratzer. Es hat aber keiner eine Waffe dabei… Für die Rädelsführerin der Rotgewandeten kam die Wache zu spät: Sie erlag einer Stichwunde. Die Gardisten suchen, ohne Experten zu sein, bereits nach magischen Spuren oder versuchen, den Geist der Toten ausfindig zu machen. (Kralle, Geisterdolch, Geisterblick, Magie erkennen)

 

Der unentschlossene Kunde

Auf einem mertalischen Markt versuchen zwei Händler einen potenziellen Käufer von ihren Waren zu überzeugen. Der (wohlhabend aussehende) Ausländer ist hin- und hergerissen: Abwechselnd findet er die Auslagen des einen Verkäufers sehr verlockend, im nächsten Moment will er mit dem Konkurrenten zu dessen Laden weiterziehen. Die Verkäufer sind kurz davor, aufeinander loszugehen. Eine anwesende Einheimische kennt diese Szene zur Genüge und ist vom Verhalten der drei belustigt bis gelangweilt. (Einstellung verbessern/verschlechtern, Kleiner Magieschutz)

 

Das Rotlichtviertel

Es ist wenig überraschend, dass jede zweite lorakische Gastwirtin die Kerzen auf den Tischen ihrer Wirtschaft mit einem Fingerschnippen entzündet. Das ist aber nichts gegen die Vergnügungsviertel von Palitan oder Siprangu: Die Straßen erleuchten in bunten Farben. Die Betreiber von Spielhallen oder Bordellen machen mit bunten, tanzenden Lichtern die Nacht zum Tage und versuchen, auf ihre Etablissments aufmerksam zu machen. (Flamme, Lichtertanz)

 

Schreck in der Taverne

„Ihr steht am Tresen des Wirtshauses, in dem ihr den Abend verbringen wollt. Plötzlich hört ihr hinter Euch das wütende Knurren eines zwei Meter großen Vargs. Ihr fahrt schon mit den Händen zu Euren Schwertgriffen, da seht ihr, wie die zwölfjährige Tochter des Wirts kichernd in die Küche rennt und sichtlich ihren Streich genießt…“ (Geräuschhexerei)

 

Das war’s soweit,

Beste Grüße

A.

 

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