Projekt: Visualisierung

von ackerknecht

Kollege: „Und Du bist sicher, dass ich Dir nichts von der Spielemesse mitbringen soll?“

Ich: „Hm, doch. Es gibt da einen Laden, der verkauft Spielematerial. Der heißt auch so. Die verkaufen Musterbeutel mit zufällig ausgewähltem Zeugs, für 5€ das Stück. Bring mir doch bitte zwei davon mit.“

Mit diesem Gespräch, geführt an einem Freitag im letzten Oktober, begann mein persönliches „Projekt: Visualisierung“. Nach meinen ersten Erfahrungen mit Splittermond habe ich schnell eingesehen, dass Pöppel und Konsorten hin und wieder mehr als nützlich sind. Manchmal reicht eine flott gezeichnete Übersichtsskizze eben nicht aus. Dazu kommt, dass ich (obwohl ich mich immer noch als „Erzählspieler“ bezeichne) eine immer größere Vorliebe für Dungeon Slayers und Konsorten entwickele. Aber das ist ein Thema für einen eigenen Blogeintrag. Das oben erwähnte Gespräch setzte sich am darauf folgenden Montag so fort:

Der Kollege betritt mit einer ziemlich großen Tüte mein Büro.

Kollege: „Hier hast Du einen 500g-Beutel mit Spielsteinen.“

Rumms.

„Und hier einen zweiten.“

Rumms.

„Und weil ich am Sonntag da war, gab es drei zum Preis von zwei.“

Rumms.

„Viel Spaß also mit Deinen anderthalb Kilo Spielmaterial!“

Sehr schön. Zuhause begann also das große Aussortieren. Leider ergab die Auszählung, dass einer von den drei Beuteln mit eigenartigen schwarzen Plastikquadraten gefüllt war, für die ich bis heute keine Idee habe, wozu man sie wohl gebrauchen könnte.

mysterioussquares

Holzelche, Enten, Götter und sehr viele mysteriöse Plastikquadrate.

Die anderen Sachen sortierte ich in „Pappcounter“, „Plastiksteine“, „Große Holzteile“ und „Kleine Holzteile“. Die Pappcounter sind alle themenorientiert mit Ägypten/Altgriechenland-Motiven bedruckt. Für die werde ich erst eine Verwendung finden, wenn ich eine entsprechende Kampagne starte. Die Plastiksachen entstammen wohl auch alle einem einzelnen Spiel. Dieses dreht sich um Ölquellen im frühen zwanzigsten Jahrhundert. Ich entwerfe gerade mein eigenes Brettspiel dazu, Arbeitstitel: „Operation DesertStorm 1920“.

Operation Wüstensturm 1920, ein erster Prototyp.

Operation Wüstensturm 1920, ein erster Prototyp.

Den meisten Spaß hatte ich mit den Holzteilen. Aber auch meine Tochter fühlte sich zum Spieldesign berufen. Ihr erster Titel heißt „Die Elche müssen über die Straße“. Die Kinder haben daraufhin einen Sortimentskasten voll mit Spielfigürchen, Würfel und eine mit WildGen erstellte Hexfeldkarte bekommen. Mal sehen, wie sie das OSR-Genre nach vorn bringen.

Aus dem Großteil des Holzes habe ich dann zwei „Allzeit bereit“-Beutel für die Visualisierung im Tischrollenspiel zusammengestellt. Ein tiefer Blick in die „Ersatzpöppel“-Kiste eines Gebrauchtspielwarenhändlers hat meine Vorräte noch um einige Halmakegel ergänzt. Die erste Kollektion ist der „Kleine Beutel“. Hier drin sind 15 unterschiedliche Figürchen in der gängigen Brettspiel-Größe. Irgendjemand gab mal den guten Typ, jeden Kegel in vierfacher Ausführung vorzuhalten: Einen für die Übersichtsskizze, einen für die Initiativeleiste, einen zur Reserve und einen für die SpielerInnen (damit sie sich daran erinnern, wer sie sind).

Die 15 Nation Army.

Die 15 Nation Army.

Passend zu den Minis habe ich zwei mit Folienstift wiederbeschreibbare Übersichtskarten im 1-cm-Maßstab gebastelt.

Das bevorzugte Schlachtfeld besagter Armee...

Das bevorzugte Schlachtfeld besagter Armee…

Mit den etwas größeren Halmakegeln und dem recht großen Fundus an bunten Holzscheiben habe ich dann den großen Abwasch gestartet: Fünf Heldenkegel in jeweils vierfacher Ausfertigung, sieben mal drei bunte NSC/Gegner-Holzscheiben, zehn blaue und zehn gelbe Statistenpöppel und eine Dose mit pinken Aktionsmarkern/Schicksalspunkten. Für diesen Beutel bräuchte ich eine Karte im Ein-Zoll-Maßstab, da werde ich mir beizeiten eine Flipmap von Paizo gönnen.

Und einmal der richtig große Abwasch.

Und einmal der richtig große Abwasch.

Das war’s soweit. Mal sehen, ob ich mich wieder regelmäßig an den Karnevalsumzügen beteiligen kann. Habe ich im Februar eigentlich was wichtiges verpasst? Einen größeren Umzug oder so? Nein? Dann ist ja gut. Hätte ich was mit Listen verpasst, dann würde ich mich jetzt ärgern. Die schreibe ich nämlich recht gern.

Gruß

A.

P.S.: Respekt, wem Respekt gebührt: Dieser Eintrag wurde maßgeblich von den Teilzeithelden inspiriert.

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